Presseerklärung der GEW Oldenburg-Stadt zu den Freitagsdemonstrationen

Jeden Freitag demonstrieren weltweit – auch in Oldenburg – junge Menschen gegen die Ignoranz der politisch Verantwortlichen, für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt, für radikale Veränderungen im Konsumverhalten, für drastische Veränderungen der Produktionsweisen. Diese Kritik ist mehr als überfällig. Die Leitfigur dieser Bewegung ist die junge Schwedin Greta Thunberg. Medial wird den jungen Demonstrierenden häufig Schulverweigerung, Faulheit, mangelnde
Ernsthaftigkeit, Verstöße gegen die Schulpflicht u.v.a.m vorgeworfen.
Diese Vorwürfe sind allesamt oberflächlich und nicht sachlich begründet.

Voller Sorge beobachten wir als GEW KV Oldenburg Stadt, dass den Schülerinnen und Schülern und Studierenden, die allwöchentlich freitags statt in die Schule oder Hochschule zu gehen, gegen die Ignoranz der drohenden Klimakatastrophe demonstrieren, mit merkwürdigen Vorwürfen und Unterstellungen die Ernsthaftigkeit ihrer Aktivitäten in Abrede gestellt wird.
Für uns als Bildungsgewerkschaft ist die Schulpflicht ein hohes Gut, das nicht zur Disposition steht. Gleichwohl ist es aber durchaus angemessen, gegen die drohende Apokalypse deutliche Worte und Handlungen zu finden. Das Risiko einer schulischen „Sanktionierung“ ist jeder teilnehmenden Person bekannt; wir begrüßen die besondere Courage, mit der so viele junge Menschen Veränderungen einfordern.

Fazit:
Man kann durchaus gegen bestimmte drängende Probleme demonstrativ auf die Straße gehen und gleichzeitig einen Regelbruch gegen die Schulpflicht begehen.

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