Positionspapier des KVs zum Thema Inklusion

Der GEW-Kreisverband-Oldenburg-Stadt begrüßt ausdrücklich, dass der Inklusionsgedanke (Unterschiedlichkeit der Menschen wird als normal angesehen, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen soll gleichermaßen Rechnung getragen werden, kein nach „Begabung“ sortiertes Schulsystem, Verbesserung der Teilhabe für alle am gesellschaftlichen Leben) in Deutschland endlich aufgegriffen wird und in Niedersachsen (also auch in Oldenburg) in den Schulen ab 2013 umgesetzt werden soll.

Der GEW-KV-OL-Stadt befürchtet jedoch,

  • dass die Lehrkräfte aller Schulformen mit Ängsten dieser Aufgabe entgegensehen, da sie für diese Arbeit nicht ausgebildet sind.
  • dass die Klassenfrequenzen nicht ausreichend gesenkt werden, um diesen Anforderungen gerecht werden zu können.
  • dass die Schulen nicht anspruchsgerecht ausgestattet werden.
  • dass das Kultusministerium Möglichkeiten zur Lehrerstundeneinsparung sieht, da die Förderschulen weniger frequentiert werden.

Der GEW-KV-OL-Stadt erhofft sich

  • durch die von der Stadt eingerichtete Inklusionsarbeitsgruppe eine fachliche versierte Planungarbeit,
  • durch die angestrebten „Inklusionsschwerpunktschulen (3-4 Grundschulen, ein Gymnasium, alle IGS) sich entwickelnde Kompetenzzentren, die anderen Schulen Unterstützung und Beratung zukommen lassen werden.

Der GEW-KV-OL-Stadt fordert

  • von der Landesregierung Fortbildungskurse für betreffende Lehrkräfte vor dem Start der Inklusionsschulen,
  • eine ausreichende Doppelsetzung von Lehrkräften und angemessene Klassenstärken,
  • eine begleitende Unterstützung der Lehrkräfte durch die Universität während der Inklusionsstartphase,
  • eine räumlich und medial sachgemäße Ausstattung der Schulen durch die Stadt Oldenburg.

Fraglich bleibt bei all den Bestrebungen, Inklusion umzusetzen, wie dieses in einem gegliederten Schulsystem möglich sein soll, denn: Inklusion verbietet ein „Selektieren“ nach Begabung und Schullaufbahnempfehlung.

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